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Kopfhörer für Podcasts

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 7 Minuten

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Für Podcast-Aufnahmen brauchst du geschlossene Kopfhörer mit Kabel, die Stimmen neutral wiedergeben, kaum Schall ins Mikrofon abstrahlen und auch nach zwei Stunden noch bequem sitzen. Unsere Top-Empfehlung ist der Beyerdynamic DT 770 Pro, weil er gut dämmt und sehr komfortabel ist. Wer Stimmen besonders kritisch abhören will, greift zur Sony MDR-7506, für Podcasts unterwegs ist der faltbare Audio-Technica ATH-M50x die praktischste Wahl.

Unsere Empfehlungen im Überblick

Empfehlungen im Überblick
ModellIdeal fürStärkenAngebot
Beyerdynamic DT 770 ProStudio-Podcast und lange AufnahmenGeschlossen, sehr bequem, robustBei Amazon ansehen
Sony MDR-7506Kritisches Abhören von StimmenLeicht, faltbar, BranchenstandardBei Amazon ansehen
Audio-Technica ATH-M50xMobile Aufnahmen und InterviewsFaltbar, abnehmbare KabelBei Amazon ansehen
Sennheiser HD 280 ProGäste-Kopfhörer im StudioStarke Dämmung, solideBei Amazon ansehen
Rode NTH-100Podcaster mit Rode-SetupBequem, abnehmbares Kabel, neutralBei Amazon ansehen

Die Empfehlungen im Detail

Beyerdynamic DT 770 Pro

Ideal für: Podcaster, die stundenlang aufnehmen und schneiden

  • Geschlossen mit guter passiver Dämmung
  • Weiche Velourpolster für lange Sessions
  • Ersatzteile leicht erhältlich
  • Fest verbautes Kabel
  • Höhen etwas präsent, Zischlaute wirken deutlich

Der DT 770 Pro ist in vielen Podcast-Studios gesetzt. Für die meisten USB-Mikrofone und Audio-Interfaces ist die 80-Ohm-Version eine gute Wahl, am Laptop oder Smartphone die 32-Ohm-Version.

Sony MDR-7506

Ideal für: Sprecher und Cutter, die jedes Störgeräusch hören wollen

  • Sehr direkte Wiedergabe von Stimmen
  • Leicht und faltbar
  • Seit Jahrzehnten in Rundfunk und Film bewährt
  • Kunstlederpolster altern sichtbar
  • Spiralkabel fest verbaut

Die MDR-7506 ist kein Genusskopfhörer, sondern ein Werkzeug. Schmatzer, Atmer und Brummen fallen damit sofort auf, was beim Schnitt viel Zeit spart.

Audio-Technica ATH-M50x

Ideal für: Podcaster, die unterwegs aufnehmen

  • Faltbar und gut transportabel
  • Abnehmbare Kabel
  • Präziser Klang
  • Etwas bassbetont für reine Sprachkontrolle
  • Polster werden warm

Der ATH-M50x passt in jeden Rucksack und ist schnell aufgebaut. Für Interviews vor Ort oder Aufnahmen im Hotelzimmer ist er sehr praktisch.

Rode NTH-100

Ideal für: Podcaster, die ein komplettes Rode-Setup nutzen

  • Bequeme Polster mit gutem Sitz
  • Abnehmbares Kabel
  • Neutrale Abstimmung
  • Weniger verbreitet als die Klassiker
  • Ersatzteile nicht überall vorrätig

Der NTH-100 ist auf Content Creator zugeschnitten und passt optisch und funktional zu Rode-Mikrofonen und -Interfaces. Er ist eine moderne Alternative zu den Studio-Klassikern.

Warum Podcaster geschlossene Kopfhörer brauchen

Beim Podcasten sitzt das Mikrofon oft nur eine Handbreit vor deinem Mund. Alles, was aus deinen Kopfhörern nach außen dringt, nimmt es mit auf. Bei offenen Kopfhörern ist das deutlich: Die Stimme deines Gastes oder ein Jingle landen als leises Echo auf deiner Spur. Dieses sogenannte Übersprechen lässt sich im Schnitt kaum noch entfernen.

Geschlossene Kopfhörer halten den Schall weitgehend in den Muscheln. Das schützt deine Aufnahme und hilft gleichzeitig dir: Du hörst dich selbst klarer und wirst nicht durch Geräusche im Raum abgelenkt. Wenn mehrere Personen an einem Tisch sitzen, ist das doppelt wichtig, weil jedes Mikrofon auch die Kopfhörer der Nachbarn hört.

Offene Kopfhörer haben beim Podcasten trotzdem einen Platz: im Schnitt. Wer nach der Aufnahme allein am Schreibtisch editiert, kann mit einem offenen Modell entspannter arbeiten. Für die Aufnahme selbst bleibt aber das geschlossene Modell Pflicht.

Neutraler Klang: Warum Bass beim Podcast stört

Viele Alltagskopfhörer betonen den Bass, weil Musik dann voller wirkt. Bei Sprache führt das zu einem Problem: Deine Stimme klingt im Kopfhörer wärmer und voller, als sie wirklich ist. Du drehst im Schnitt dann vielleicht tiefe Frequenzen herunter, und auf dem Smartphone-Lautsprecher deiner Hörer klingt die Stimme dünn.

Ein neutraler Kopfhörer zeigt dir die Stimme so, wie sie aufgenommen wurde. Du hörst, ob das Mikrofon zu nah stand (Nahbesprechungseffekt mit dröhnendem Bass), ob Zischlaute scharf sind oder ob der Raum hallt. Diese Fehler kannst du dann gezielt beheben, etwa mit einem De-Esser oder einem anderen Mikrofonabstand.

Bluetooth oder Kabel beim Podcasten?

Zum Aufnehmen gehört ein Kabel. Bluetooth-Kopfhörer haben eine Verzögerung, die sich beim Mithören der eigenen Stimme sofort bemerkbar macht: Du hörst dich mit einem leichten Echo, was beim Sprechen irritiert und aus dem Takt bringt. Außerdem lassen sich die meisten Bluetooth-Kopfhörer gar nicht an den Kopfhörerausgang eines Audio-Interfaces oder USB-Mikrofons anschließen.

Hinzu kommt der Akku. Nichts ist ärgerlicher als ein leerer Kopfhörer mitten in einem Interview. Kabel-Kopfhörer funktionieren einfach, solange das Kabel steckt. Mehr zu den Vorteilen kabelgebundener Modelle findest du in unserer Übersicht der Kopfhörer mit Kabel.

Direktes Monitoring: Dich selbst hören

Die meisten USB-Mikrofone und Audio-Interfaces haben einen Kopfhörerausgang mit Direct Monitoring. Das bedeutet: Deine Stimme wird ohne Umweg über den Computer direkt in den Kopfhörer geleitet, ohne Verzögerung. So hörst du dich genauso, wie das Mikrofon dich aufnimmt.

Viele Einsteiger empfinden die eigene Stimme im Kopfhörer zunächst als ungewohnt. Das ist normal und legt sich nach einigen Aufnahmen. Der Vorteil: Du merkst sofort, wenn du zu nah ans Mikrofon gehst, die Lautstärke schwankt oder ein Geräusch im Raum stört. Profis stellen die eigene Stimme meist etwas lauter als den Rest, um die eigene Aussprache gut zu kontrollieren.

Impedanz und Anschluss: Was passt an dein Mikrofon?

Die Kopfhörerausgänge von USB-Mikrofonen sind oft nicht besonders kräftig. Kopfhörer mit niedriger Impedanz, etwa bis 80 Ohm, werden daran in der Regel ausreichend laut. Eine 250-Ohm-Version eines Studio-Kopfhörers kann an einem USB-Mikrofon zu leise bleiben, vor allem bei leisen Sprechern.

Achte außerdem auf den Stecker. Die meisten Interfaces haben eine 6,35-mm-Buchse, USB-Mikrofone meist eine 3,5-mm-Buchse. Kopfhörer mit 3,5-mm-Stecker und Schraubadapter passen an beides. Mehr dazu erklären wir unter Impedanz bei Kopfhörern.

Kopfhörer für Gäste und Co-Hosts

Wenn du regelmäßig Gäste im Studio hast, brauchst du mehrere Kopfhörer. Am einfachsten ist es, für alle das gleiche oder ein ähnliches Modell zu kaufen. Dann klingt der Mix für alle gleich, und du musst nicht für jeden die Lautstärke neu einstellen. Robuste, leicht verstellbare Modelle wie der Sennheiser HD 280 Pro oder der DT 770 Pro sind hier beliebt.

Hat dein Interface nur einen Kopfhörerausgang, brauchst du einen Kopfhörerverstärker mit mehreren Ausgängen. Ein einfacher Splitter funktioniert zwar, aber dann teilen sich alle die Lautstärke. Ein Verstärker mit einzelnen Reglern ist deutlich komfortabler. Mehr dazu unter Kopfhörerverstärker.

Komfort bei langen Aufnahmen und Schnitt-Sessions

Eine Podcast-Folge dauert oft eine Stunde, dazu kommen Vorgespräch, Soundcheck und später der Schnitt. Schnell trägst du den Kopfhörer drei oder vier Stunden am Tag. Kleine Schwächen werden dann zu echten Problemen: ein zu straffer Bügel, warme Kunstlederpolster oder Muscheln, die an der Ohrmuschel anliegen.

Velourpolster wie beim DT 770 Pro sind atmungsaktiver, dämmen aber etwas weniger als Kunstleder. Für Brillenträger sind weiche, tiefe Polster wichtig, damit die Bügel nicht gegen den Kopf gedrückt werden. Wenn du einen Kopfhörer bestellst, trage ihn am ersten Tag gezielt eine ganze Stunde am Stück. Dann weißt du, ob er für deine Sessions taugt.

Ein typisches Homestudio-Setup als Beispiel

Ein häufiges Einsteiger-Setup sieht so aus: ein dynamisches USB-Mikrofon am Laptop, ein geschlossener Kopfhörer mit 3,5-mm-Stecker direkt am Mikrofon, dazu Direct Monitoring auf mittlerer Lautstärke. Der Gast ist per Videocall zugeschaltet und hört dich über seine eigenen Kopfhörer. Dieses Setup ist schnell aufgebaut und liefert saubere Ergebnisse, solange beide Seiten Kopfhörer tragen.

Wächst der Podcast, kommen meist ein Audio-Interface mit zwei XLR-Eingängen und ein zweiter Kopfhörer dazu. Dann lohnt es sich, gleich ein zweites Exemplar desselben Modells zu kaufen. So kennst du den Klang, und Ersatzteile passen für beide.

Für wen diese Kopfhörer nicht passen

Studio-Kopfhörer sind für die Aufnahme gebaut, nicht für den Alltag. Wer gleichzeitig einen Kopfhörer für die Bahn und für Spotify sucht, wird mit dem fest verbauten, langen Kabel des DT 770 Pro oder der MDR-7506 nicht glücklich. Für Livestreams, bei denen du gleichzeitig spielst und sprichst, kann ein Headset mit Bügelmikrofon praktischer sein, siehe Kopfhörer mit Kabel und Mikrofon.

Wer neben dem Podcast Musik macht, etwa am Digitalpiano oder am E-Schlagzeug, kann denselben geschlossenen Kopfhörer oft weiterverwenden. Welche Anforderungen dort gelten, erklären wir unter Kopfhörer für E-Piano und E-Drums.

Tipp: Hör dir jede neue Folge vor der Veröffentlichung einmal über Smartphone-Lautsprecher oder einfache Ohrhörer an. Viele deiner Hörer nutzen genau solche Geräte, und Probleme wie dünne Stimmen fallen dort sofort auf.

Häufige Fragen

Welche Kopfhörer benutzen Podcaster?

Sehr verbreitet sind geschlossene Studio-Kopfhörer wie der Beyerdynamic DT 770 Pro, die Sony MDR-7506 und der Audio-Technica ATH-M50x. Sie dämmen gut, geben Stimmen neutral wieder und sind robust.

Kann ich AirPods für Podcast-Aufnahmen nutzen?

Zum Aufnehmen sind Bluetooth-Kopfhörer wegen der Verzögerung beim Mithören der eigenen Stimme ungeeignet. Außerdem lassen sie sich nicht an den Kopfhörerausgang eines Mikrofons oder Interfaces anschließen. Zum Anhören fertiger Folgen sind sie dagegen in Ordnung.

Warum höre ich meine eigene Stimme im Kopfhörer?

Das ist das sogenannte Direct Monitoring des Mikrofons oder Interfaces. Es hilft dir, Abstand, Lautstärke und Störgeräusche während der Aufnahme zu kontrollieren. Die Lautstärke der eigenen Stimme lässt sich meist separat einstellen.

Offene oder geschlossene Kopfhörer für Podcasts?

Für die Aufnahme geschlossene, weil offene Kopfhörer Schall abstrahlen, den das Mikrofon mit aufnimmt. Zum späteren Schneiden allein am Schreibtisch kann ein offener Kopfhörer angenehmer sein.

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