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LE-Audio- und Auracast-Kopfhörer

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 6 Minuten

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LE-Audio- und Auracast-Kopfhörer nutzen den neuen Bluetooth-Standard mit dem Codec LC3: effizienter, mit geringerer Latenz und der Möglichkeit, eine Tonquelle an beliebig viele Kopfhörer zu senden. Damit das funktioniert, müssen Smartphone und Kopfhörer LE Audio unterstützen. Unsere Empfehlungen: die Samsung Galaxy Buds3 Pro für Galaxy-Nutzer, die Sony WF-1000XM6 für Android allgemein und die Sony INZONE Buds für Spieler.

LE Audio, LC3 und Auracast einfach erklärt

Seit Bluetooth 5.2 gibt es neben dem klassischen Bluetooth-Audio einen zweiten Weg: LE Audio. LE steht für Low Energy, also die stromsparende Variante von Bluetooth. Das neue System besteht aus mehreren Bausteinen, die oft durcheinandergeworfen werden.

  • LE Audio ist der Oberbegriff für den neuen Audio-Standard.
  • LC3 ist der dazugehörige Pflicht-Codec. Er soll bei gleicher Datenrate besser klingen als der alte Standard-Codec SBC, oder bei gleicher Qualität weniger Daten brauchen.
  • Auracast ist die Broadcast-Funktion: Ein Sender, etwa ein Smartphone, ein Fernseher oder eine Anlage am Flughafen, strahlt Ton aus, und beliebig viele Kopfhörer in Reichweite können zuhören.

Zusätzlich verbessert LE Audio die Verbindung von True-Wireless-In-Ears: Beide Ohrhörer bekommen ihren eigenen Datenstrom, statt dass einer den anderen versorgt. Das soll Laufzeit und Stabilität verbessern.

Was LE Audio im Alltag bringt

Geringere Verzögerung

LC3 ist auf kurze Verarbeitungszeiten ausgelegt. Spiele und Videos profitieren davon, wenn beide Seiten LE Audio nutzen. Gaming-In-Ears wie die Sony INZONE Buds setzen darauf sogar mit eigenem USB-Sender. Was es sonst gegen Verzögerung gibt, erklärt die Seite zu Bluetooth-Kopfhörern mit geringer Latenz.

Effizienz und Akku

Weil LC3 mit weniger Daten auskommt, kann die Laufzeit steigen. Wie groß der Effekt ist, hängt stark vom Modell ab. Wer vor allem auf Ausdauer achtet, findet die Spitzenreiter bei den Kopfhörern mit langer Akkulaufzeit.

Teilen per Auracast

Mit Auracast kannst du Musik vom Smartphone an mehrere Kopfhörer gleichzeitig senden, etwa für zwei Personen im Zug. Langfristig sollen Kinos, Museen, Fitnessstudios, Bahnhöfe und Flughäfen Durchsagen und Ton per Auracast ausstrahlen. In Deutschland ist das bislang nur vereinzelt verbreitet.

Hörgeräte

LE Audio wurde auch für Hörsysteme entwickelt. Moderne Hörgeräte können sich direkt mit Smartphones und Auracast-Sendern verbinden. Mehr dazu bei Kopfhörer für Schwerhörige.

Die Empfehlungen im Detail

Samsung Galaxy Buds3 Pro

Ideal für: Besitzer eines aktuellen Samsung Galaxy

  • LE Audio mit kompatiblen Galaxy-Smartphones
  • Auracast-Funktionen im Samsung-Kosmos
  • Starkes ANC
  • Beste Funktionen nur mit Samsung-Geräten
  • Stäbchen-Design nicht für jedes Ohr

Samsung treibt LE Audio und Auracast in den eigenen Geräten seit Jahren voran. Mit einem passenden Galaxy-Smartphone bekommst du hier die rundeste Umsetzung, an anderen Geräten fallen viele Extras weg.

Sony WF-1000XM6

Ideal für: Android-Nutzer, die alle Codecs wollen

  • LE Audio mit LC3 und Auracast-Unterstützung
  • Zusätzlich LDAC
  • Sehr starkes Noise Cancelling
  • Hoher Preis
  • Gehäuse größer als bei manchen Konkurrenten

Die WF-1000XM6 decken beide Welten ab: LDAC für maximale Datenrate und LE Audio für Effizienz und Zukunftssicherheit. Damit bist du für die nächsten Jahre gut aufgestellt.

Sony INZONE Buds

Ideal für: Spieler an PC, PS5 und Smartphone

  • LE-Audio-Sender per USB-C für geringe Latenz
  • Lange Laufzeit
  • Gutes ANC
  • Für reines Musikhören gibt es klanglich stärkere In-Ears
  • Dongle belegt einen USB-C-Anschluss

Sony nutzt LE Audio bei den INZONE Buds gezielt für Gaming: Der USB-C-Dongle sendet per LC3 mit geringer Verzögerung. Für schnelle Spiele eine Alternative zu klassischen Funk-Headsets.

Was du für LE Audio brauchst

Ein kompatibles Smartphone

Unter Android ist LE Audio seit Version 13 im System vorgesehen. Unterstützt wird es aber nur, wenn auch Chip und Hersteller mitspielen. Aktuelle Modelle von Samsung und Google sind hier am weitesten. Apple nutzt für AirPods bislang eigene Lösungen und unterstützt LE Audio nicht wie Android-Geräte.

Kopfhörer mit LE-Audio-Unterstützung

Achte im Datenblatt auf „LE Audio“, „LC3“ oder „Auracast“. Manche Hersteller schalten LE Audio erst per Firmware-Update frei oder bezeichnen Modelle als „Auracast-ready“. Das heißt, die Hardware ist vorbereitet, die Funktion kommt später oder nur mit bestimmten Geräten.

Die richtige Einstellung

Oft musst du LE Audio aktiv einschalten, entweder in den Bluetooth-Einstellungen des Smartphones beim jeweiligen Kopfhörer oder in der App des Herstellers. Steht der Schalter nicht zur Verfügung, fehlt die Unterstützung auf einer Seite.

So nutzt du Auracast in der Praxis

Am Smartphone findest du die Freigabe meist in den Bluetooth- oder Audio-Einstellungen. Samsung nennt die Funktion zum Beispiel „Auracast“ und zeigt sie bei verbundenen kompatiblen Buds an. Du startest die Übertragung, und eine zweite Person verbindet ihre Kopfhörer, oft über einen QR-Code oder einen angezeigten Sendernamen mit optionalem Passwort.

Öffentliche Sender funktionieren ähnlich wie ein WLAN: Du suchst nach verfügbaren Auracast-Quellen in der Nähe und wählst eine aus. Das kann ein Fernseher in einer Bar sein, ein Vortragssaal oder die Durchsage am Gate. Wichtig ist, dass dein Kopfhörer Auracast empfangen kann und dein Smartphone die Suche unterstützt.

Datenschutz und Zugang regelt der Sender: Eine Übertragung kann offen für alle sein oder mit einem Code geschützt werden. Für private Musikfreigaben im Zug solltest du daher ein Passwort setzen.

Weitere Kopfhörer mit LE Audio

Die Liste der LE-Audio-fähigen Modelle wächst mit jeder Generation. Neben Samsung und Sony bieten unter anderem Sennheiser mit den Momentum True Wireless 4, Technics, JBL und einige Gaming-Hersteller LE-Audio-Unterstützung an. Bei manchen Modellen ist LE Audio ab Werk aktiv, bei anderen kommt es per Update oder muss in der App eingeschaltet werden.

Weil die Angaben von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich formuliert sind, hilft ein genauer Blick ins Datenblatt. Taucht dort LC3 als unterstützter Codec auf, ist LE Audio grundsätzlich an Bord. Steht nur „Bluetooth 5.3“ oder „Bluetooth 5.4“, heißt das noch nicht, dass LE Audio unterstützt wird. Die Bluetooth-Version beschreibt nur die Möglichkeiten des Chips.

Häufige Irrtümer über LE Audio

„Bluetooth 5.3 bedeutet LE Audio“

Nein. LE Audio ist optional. Viele Kopfhörer mit aktuellem Bluetooth-Chip nutzen weiterhin nur klassisches Bluetooth-Audio. Entscheidend ist, ob der Hersteller LE Audio und LC3 ausdrücklich nennt.

„Mit Auracast kann ich jeden Fernseher anzapfen“

Auracast funktioniert nur, wenn die Quelle auch sendet. Fernseher, Lautsprecher oder Anlagen müssen dafür einen Auracast-Sender eingebaut haben oder per Zusatzgerät nachgerüstet werden. Kopfhörer allein reichen nicht.

„LC3 klingt automatisch besser“

LC3 ist effizienter als SBC, aber kein Hi-Res-Codec. Am Ende entscheiden Datenrate, Abstimmung und Passform über den Klang. Für Klangfans bleibt LE Audio ein Komfort- und Effizienzthema, kein Qualitätssprung.

Grenzen von LE Audio

LE Audio ist noch nicht überall angekommen. Manche Funktionen wie Multipoint, also die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten, oder bestimmte Codecs laufen bei einzelnen Modellen nur über das klassische Bluetooth. Dann musst du dich zwischen LE Audio und gewohnten Komfortfunktionen entscheiden.

In Sachen Klangqualität ist LC3 kein Ersatz für Codecs mit hoher Datenrate. Wer maximale Detailtreue sucht, findet Modelle mit aptX Adaptive oder Lossless bei den aptX-Kopfhörern und Modelle mit LDAC bei den LDAC-Kopfhörern. Den Grundlagenüberblick zu Bluetooth gibt es bei den Bluetooth-Kopfhörern und zu den Bluetooth-Generationen im Ratgeber Bluetooth-Versionen bei Kopfhörern.

Tipp: Kaufe LE Audio als Zukunftssicherung mit, aber nicht als einziges Argument. Entscheidend sind weiterhin Passform, Klang, Noise Cancelling und Mikrofon. LE Audio ist ein Bonus, der mit jedem Update etwas wichtiger wird.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen LE Audio und Auracast?

LE Audio ist der neue Bluetooth-Audiostandard mit dem Codec LC3. Auracast ist eine Funktion innerhalb von LE Audio, mit der eine Quelle Ton an beliebig viele Kopfhörer gleichzeitig senden kann.

Unterstützt das iPhone LE Audio?

Apple setzt bei AirPods bislang auf eigene Technik und unterstützt LE Audio nicht in der Form, wie es aktuelle Android-Smartphones tun. Für iPhone-Nutzer ist LE Audio derzeit kein entscheidendes Kaufkriterium.

Funktionieren LE-Audio-Kopfhörer auch mit älteren Smartphones?

Ja. LE-Audio-Kopfhörer beherrschen zusätzlich klassisches Bluetooth und verbinden sich ganz normal mit älteren Geräten. Die Vorteile von LC3 und Auracast stehen dann nicht zur Verfügung.

Wo kann ich Auracast nutzen?

Aktuell vor allem zum Teilen von Musik zwischen Smartphone und mehreren Kopfhörern sowie mit einzelnen Fernsehern und Lautsprechern. Öffentliche Auracast-Sender in Kinos, Bahnhöfen oder Flughäfen gibt es in Deutschland bisher nur vereinzelt.

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