JBL Tour One M3 im Test
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Der JBL Tour One M3 ist JBLs Flaggschiff unter den Over-Ears und im Test eine echte Alternative zu Sony und Bose: starkes adaptives ANC, sehr lange Laufzeit, LDAC und auf Wunsch ein Smart-Transmitter mit Touchscreen. Kaufen solltest du ihn, wenn du viel Ausstattung, einen kräftigen Klang und Ausdauer suchst. Wer das letzte Quäntchen Ruhe im Flugzeug oder den leichtesten Sitz will, ist bei Bose oder Sony etwas besser aufgehoben.
JBL Tour One M3
Ideal für: Vielhörer, Pendler und Technikfans
- Wirksames adaptives ANC
- Sehr lange Laufzeit
- LDAC und LE Audio
- Optionaler Smart Tx mit Display
- Klang ab Werk etwas basslastig
- Bügel drückt bei großen Köpfen spürbar
- Smart-Tx-Version deutlich teurer
Der Tour One M3 ist der bisher kompletteste Over-Ear von JBL. Er punktet mit Ausstattung und Ausdauer, verlangt aber etwas EQ-Arbeit, wenn du einen neutralen Klang magst.
Was ist der Tour One M3 und was ist der Smart Tx?
JBL verkauft den Tour One M3 in zwei Varianten: als normalen Kopfhörer und als Bundle mit dem sogenannten Smart Tx. Der Smart Tx ist ein kleiner Sender mit Touchscreen, den du per USB-C oder Klinke an eine Audioquelle steckst, etwa an den Bordbildschirm im Flugzeug, einen Laptop oder eine Spielekonsole. Er funkt das Signal dann kabellos an den Kopfhörer.
Gleichzeitig dient das Display als Fernbedienung: Lautstärke, ANC-Modus, Equalizer, Raumklang und Auracast lassen sich dort umschalten, ohne das Smartphone zu zücken. Das ist bequem, aber kein Muss. Wer nur am Handy hört, spart sich den Aufpreis und bekommt denselben Kopfhörer.
Design und Tragekomfort
Optisch bleibt JBL zurückhaltend: mattes Kunststoffgehäuse, Metall im Bügelbereich, weiche Kunstlederpolster. Mit einem Gewicht von rund 280 Gramm liegt der Tour One M3 im üblichen Rahmen der Oberklasse. Die Ohrmuscheln lassen sich drehen und falten, sodass er flach im mitgelieferten Etui verschwindet.
Der Anpressdruck ist eher fest. Das sorgt für guten Halt beim Gehen und eine gute passive Dämpfung, kann bei großen Köpfen oder Brillenträgern nach zwei, drei Stunden aber drücken. Die Polster sind ausreichend tief, die Ohren berühren den Treiber in der Regel nicht. Im Sommer wird es unter dem Kunstleder warm, das ist bei allen geschlossenen ANC-Kopfhörern ähnlich.
Im direkten Vergleich wirkt der Bose QuietComfort Ultra (2. Gen) auf dem Kopf etwas leichter und weicher. Wer empfindlich auf Druck reagiert, sollte den Tour One M3 also vor dem Kauf probieren oder die Rückgabefrist nutzen.
Klang
JBL bleibt seiner Linie treu: Der Bass ist präsent und druckvoll, die Höhen sind lebendig. Für Pop, Hip-Hop und elektronische Musik passt das gut, die Abstimmung klingt sofort spannend. Bei akustischer Musik oder Podcasts wirkt der Tiefton ab Werk stellenweise etwas dominant.
Hier hilft die App. Der Equalizer arbeitet mit mehreren Bändern, und die Funktion Personi-Fi passt den Klang an dein Gehör an. Nach ein paar Minuten Feinarbeit klingt der Tour One M3 deutlich ausgewogener, ohne seinen Charakter zu verlieren. Ein Raumklang-Modus erzeugt eine breitere Bühne für Filme, bei Musik wirkt er je nach Titel etwas künstlich.
Mit LDAC unterstützt der Tour One M3 erstmals einen hochauflösenden Bluetooth-Codec. Das ist ein Übertragungsverfahren, das mehr Daten pro Sekunde überträgt als das übliche SBC oder AAC. Davon profitierst du nur mit einem Android-Smartphone, das LDAC beherrscht. iPhones nutzen weiter AAC. Wie groß der hörbare Unterschied ist, hängt stark von Aufnahme und Umgebung ab; in der Bahn geht er im Rauschen meist unter. Mehr dazu erklären wir im Vergleich LDAC oder aptX.
Noise Cancelling und Transparenzmodus
JBL nennt das ANC True Adaptive Noise Cancelling 2.0. Acht Mikrofone erfassen laufend die Umgebung, und die Dämpfung passt sich automatisch an. Im Alltag zeigt sich ein deutlicher Fortschritt gegenüber älteren JBL-Modellen: Motorbrummen in Bus und Bahn, Lüftergeräusche und das Rauschen im Flugzeug werden kräftig abgesenkt.
Ganz an der Spitze steht der Tour One M3 damit nicht. Sony WH-1000XM6 und Bose QuietComfort Ultra (2. Gen) gelten bei Stimmen und unregelmäßigen Geräuschen als noch etwas souveräner. Für die meisten Pendler ist der Unterschied jedoch klein.
Der Umgebungsmodus Ambient Aware lässt Außengeräusche durch, damit du Durchsagen hörst. Talk Thru senkt die Musik ab und hebt Stimmen an, etwa für ein kurzes Gespräch an der Kasse. Beide Modi klingen brauchbar, aber etwas technischer als bei Apple. Allgemeines zur Technik findest du auf der Seite Noise-Cancelling-Kopfhörer.
Mikrofon und Telefonie
Für Anrufe setzt JBL auf mehrere Mikrofone mit Beamforming, also eine Richtwirkung auf deinen Mund, plus KI-gestützte Störgeräuschfilterung. In ruhiger Umgebung klingt deine Stimme klar und natürlich. Auf der Straße und bei Wind werden Hintergrundgeräusche wirksam herausgefiltert, die Stimme klingt dann aber etwas komprimiert.
Für Homeoffice und Telefonate unterwegs reicht das gut. Wer täglich lange Konferenzen führt, sollte wissen, dass Sony beim XM6 hier noch einmal nachgelegt hat. Ein praktisches Detail ist Multipoint: Der Kopfhörer kann mit Laptop und Smartphone gleichzeitig verbunden sein und wechselt bei einem Anruf automatisch.
Akku und Laden
Die Laufzeit gehört zu den Stärken. JBL gibt bis zu 70 Stunden ohne ANC und bis zu 40 Stunden mit aktivem ANC an. Selbst bei täglicher Nutzung auf dem Arbeitsweg musst du den Tour One M3 damit nur alle ein bis zwei Wochen laden. Eine Schnellladefunktion liefert nach rund fünf Minuten am Kabel laut Hersteller mehrere Stunden Wiedergabe.
Geladen wird per USB-C. Über dieselbe Buchse und über den Klinkenanschluss kannst du auch kabelgebunden hören, praktisch bei leerem Akku oder am Flugzeug-Entertainment, falls du den Smart Tx nicht hast.
App, Bedienung, Verbindung
Gesteuert wird über physische Tasten an der rechten Ohrmuschel und eine Touchfläche. Die Tasten sind nach kurzer Eingewöhnung gut ertastbar, Fehlbedienungen beim Aufsetzen sind selten. Wer möchte, belegt Funktionen in der JBL-Headphones-App um.
Die App ist umfangreich: Equalizer, Personi-Fi, ANC-Stufen, Raumklang, Sprachsteuerung, Auto-Pause beim Abnehmen und Firmware-Updates. Sie wirkt stellenweise überladen, deckt aber alles ab, was man in dieser Klasse erwartet.
Technisch ist der Tour One M3 aktuell aufgestellt: Bluetooth 5.3, Multipoint, LE Audio mit dem Codec LC3 und Auracast. Auracast ist ein neuer Bluetooth-Standard, mit dem mehrere Kopfhörer denselben Sender empfangen können, etwa in Zukunft an Flughäfen oder in Sporthallen. Heute ist das noch eine Zukunftsoption, aber es macht den Kopfhörer langlebiger.
Technische Daten
| Merkmal | JBL Tour One M3 |
|---|---|
| Bauform | Over-Ear, geschlossen, faltbar |
| Treiber | 40 mm, dynamisch |
| Geräuschunterdrückung | Adaptives ANC mit acht Mikrofonen |
| Bluetooth | 5.3, Multipoint, LE Audio, Auracast |
| Codecs | SBC, AAC, LC3, LDAC |
| Akku laut Hersteller | bis 70 h ohne ANC, bis 40 h mit ANC |
| Gewicht | ca. 278 g |
| Anschlüsse | USB-C (Laden und Audio), 3,5-mm-Klinke |
| Varianten | Mit oder ohne Smart Tx |
Welche Alternativen gibt es zum Tour One M3?
Innerhalb der Marke ist der JBL Live 770NC die günstigere Wahl, wenn dir solides ANC und eine lange Laufzeit genügen. Wer In-Ears bevorzugt, findet mit den JBL Tour Pro 3 das passende Gegenstück mit Display-Case. Für Kinder hat JBL eigene Modelle wie den JBL JR310BT. Einen Überblick über alle Serien gibt die Seite JBL-Kopfhörer.
Sony WH-1000XM6
Ideal für: Maximale Ruhe und Telefonie
- Sehr starkes ANC
- Hervorragende Mikrofone
- Wieder faltbar
- Teurer
- Kein Display-Sender
Der Sony ist der Allrounder, wenn dir ANC und Gesprächsqualität wichtiger sind als Extras wie der Smart Tx.
Bose QuietComfort Ultra Headphones (2. Gen)
Ideal für: Komfort auf Langstrecken
- Sehr bequemer Sitz
- Starkes ANC
- Immersive Audio
- Kürzere Laufzeit
- Kein LDAC
Wer viele Stunden am Stück trägt, schätzt den leichteren, weicheren Sitz des Bose.
JBL Live 770NC
Ideal für: Sparfüchse mit ANC-Wunsch
- Günstiger
- Lange Laufzeit
- Leicht
- ANC schwächer
- Einfachere Materialien
Der kleine Bruder liefert den typischen JBL-Klang und solides ANC, verzichtet aber auf LDAC und den Smart Tx.
Fazit: Für wen lohnt sich der JBL Tour One M3?
Der Tour One M3 ist der stärkste JBL-Over-Ear bisher. Er bietet wirksames ANC, eine sehr lange Laufzeit, LDAC und aktuelle Bluetooth-Technik. Der Smart Tx ist ein durchdachtes Extra für Vielflieger und Menschen, die an Laptop oder Konsole kabellos hören wollen.
Abstriche gibt es beim Sitz, der für manche zu fest ist, und beim basslastigen Grundklang, den du per App zähmen solltest. Wer die absolute ANC-Spitze oder maximalen Komfort sucht, greift zu Sony oder Bose. Wer Ausdauer und Ausstattung zum etwas günstigeren Preis will, macht mit dem JBL wenig falsch. Alle Kategorien-Sieger findest du im Kopfhörer-Test 2026.
Häufige Fragen
Lohnt sich der JBL Tour One M3 mit Smart Tx?
Der Smart Tx lohnt sich vor allem für Vielflieger und alle, die Laptop, Fernseher oder Konsole kabellos nutzen wollen. Wer nur am Smartphone hört, braucht ihn nicht und spart den Aufpreis.
Wie lange hält der Akku des JBL Tour One M3?
JBL gibt bis zu 70 Stunden ohne und bis zu 40 Stunden mit aktivem Noise Cancelling an. Kurzes Schnellladen bringt laut Hersteller bereits mehrere Stunden Wiedergabe.
Ist der JBL Tour One M3 besser als der Sony WH-1000XM6?
Beim Akku und bei der Ausstattung mit Smart Tx liegt der JBL vorn. Beim Noise Cancelling und bei der Telefonie gilt der Sony als etwas stärker. Es kommt also darauf an, was dir wichtiger ist.
Unterstützt der JBL Tour One M3 LDAC?
Ja, der Tour One M3 unterstützt neben SBC und AAC auch LDAC sowie LC3 für LE Audio. LDAC funktioniert allerdings nur mit kompatiblen Android-Smartphones, nicht mit dem iPhone.