Sennheiser HD 560S im Test
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Der Sennheiser HD 560S ist ein offener Kabel-Kopfhörer mit neutraler, detailreicher Abstimmung und einer für offene Modelle ungewöhnlich tiefen Basswiedergabe. Mit 120 Ohm Impedanz läuft er an vielen Laptops, Audio-Interfaces und kleinen Kopfhörerverstärkern ordentlich. Er passt zu dir, wenn du zu Hause bewusst Musik hörst, mischst oder spielst und den Einstieg in HiFi suchst. Für unterwegs, in lauter Umgebung oder im Großraumbüro ist er wegen der offenen Bauweise ungeeignet.
Sennheiser HD 560S
Ideal für: Einsteiger in HiFi und Heimstudio
- Neutraler, sehr detailreicher Klang
- Für offene Bauweise kräftiger Tiefbass
- Leicht und bequem
- Austauschbares Kabel
- Keine Abschirmung nach außen
- Gehäuse aus Kunststoff
- Höhen für manche etwas präsent
Der HD 560S ist einer der besten Einstiege in die Welt offener HiFi-Kopfhörer. Er braucht kein teures Zubehör, verlangt aber eine ruhige Umgebung.
Der HD 560S ist Teil unseres Kopfhörer-Test 2026. Hier geht es darum, wie er klingt, was er an Zubehör braucht und wie er sich zum größeren Bruder HD 600 und zu den Studio-Klassikern von Beyerdynamic verhält.
Design und Tragekomfort: leicht und unaufgeregt
Optisch ist der HD 560S schlicht: schwarzer Kunststoff, Gitter auf den Hörmuscheln, ein gepolsterter Kopfbügel. Mit rund 240 Gramm ist er leicht, und das merkst du bei langen Hörsessions. Der Anpressdruck ist moderat, die großen, ovalen Velourspolster umschließen die Ohren vollständig und bleiben auch nach Stunden angenehm. Im Sommer schwitzt du darunter deutlich weniger als unter Kunstleder.
Die Verarbeitung ist solide, aber nicht luxuriös. Der Kunststoff wirkt robust genug für den Alltag am Schreibtisch, ist aber nicht für ständiges Mitnehmen im Rucksack gedacht. Das Kabel lässt sich abnehmen und bei Defekt austauschen, was die Lebensdauer deutlich verlängert. Auch Polster und Bügelpolster sind als Ersatzteile erhältlich, was wir unter Ersatz-Ohrpolster näher beschreiben.
Die Treiber sind leicht schräg vor dem Ohr angeordnet. Das soll den Schall ähnlich wie bei Lautsprechern von vorne auf das Ohr treffen lassen und zu einer natürlicheren räumlichen Abbildung beitragen.
Klang: neutral mit tiefem Fundament
Sennheiser hat den HD 560S auf Neutralität getrimmt, und das hört man. Der Bass reicht für einen offenen Kopfhörer erstaunlich tief, bleibt dabei straff und kontrolliert, ohne aufzublähen. Bassliebhaber werden ihn trotzdem eher als schlank empfinden, denn er spielt den Bass so, wie er aufgenommen wurde, nicht mehr.
Die Mitten sind klar und natürlich, Stimmen und akustische Instrumente klingen echt. Die Höhen sind detailreich und präsent, was feine Nuancen wie Atemgeräusche oder Hallfahnen hörbar macht. Bei schlecht produzierten oder stark komprimierten Aufnahmen kann diese Präsenz etwas analytisch wirken. Wer empfindlich auf Zischlaute reagiert, sollte das vor dem Kauf wissen.
Die offene Bauweise sorgt für eine luftige, breite Bühne. Instrumente scheinen nicht im Kopf, sondern etwas davor und daneben zu stehen. Bei Klassik, Jazz und Live-Aufnahmen ist das ein großes Plus, aber auch beim Gaming, wo du Schritte und Geräusche besser orten kannst. Was hinter dem Begriff steckt, erklären wir unter Soundstage und Ortung.
Offene Bauweise: Vorteil und Einschränkung
Ein offener Kopfhörer lässt Schall in beide Richtungen durch. Das macht den Klang natürlicher und räumlicher, bedeutet aber auch: Du hörst deine Umgebung fast ungedämpft, und andere hören deine Musik mit. In der Bahn, im Großraumbüro oder neben schlafenden Mitbewohnern ist der HD 560S daher keine gute Wahl. Für Aufnahmen mit Mikrofon im selben Raum eignet er sich ebenfalls nicht, weil der Ton ins Mikrofon gelangt.
Wenn du unsicher bist, welche Bauweise zu dir passt, lies unseren Vergleich Offene oder geschlossene Kopfhörer?. Kurz gesagt: offen für ruhiges Hören zu Hause, geschlossen für unterwegs, Aufnahmen und laute Umgebungen.
Anschluss und Verstärker: Was braucht der HD 560S?
Mit 120 Ohm liegt der HD 560S im mittleren Impedanzbereich. Einfach gesagt: Er braucht etwas mehr Spannung als ein Smartphone-Kopfhörer, aber deutlich weniger als ein 300-Ohm-Modell wie der HD 600. An vielen Laptops und Audio-Interfaces erreicht er ausreichend Lautstärke. An Smartphones mit einfachem USB-C-Adapter kann es knapp werden, vor allem bei leisen Aufnahmen.
Ein kleiner USB-DAC mit Kopfhörerverstärker sorgt für mehr Reserven und eine sauberere Kontrolle des Basses. Teures High-End-Zubehör ist aber nicht nötig. Welche Geräte sich eignen, zeigen wir unter USB-DAC für Kopfhörer und Kopfhörerverstärker. Hintergründe zur Impedanz findest du unter Impedanz bei Kopfhörern.
Im Lieferumfang ist ein Kabel mit großem 6,3-mm-Klinkenstecker und Adapter auf 3,5 mm enthalten. Damit passt er sowohl an HiFi-Verstärker als auch an Laptops und Interfaces.
Technische Daten
| Merkmal | Sennheiser HD 560S |
|---|---|
| Bauform | Over-Ear, offen |
| Impedanz | 120 Ohm |
| Gewicht | ca. 240 g (ohne Kabel) |
| Kabel | abnehmbar, 6,3-mm-Stecker mit 3,5-mm-Adapter |
| Polster | Velours, austauschbar |
| Verbindung | nur kabelgebunden, kein Bluetooth |
Alternativen zum HD 560S
Wer mehr Klangfarbe und Wärme sucht und einen Verstärker besitzt, sollte sich den Sennheiser HD 600 im Test ansehen, einen der bekanntesten Referenzkopfhörer überhaupt. Für Aufnahmen und unterwegs ist ein geschlossenes Modell wie im Beyerdynamic DT 770 Pro im Test die bessere Wahl. Wer offen hören, aber mehr Glanz in den Höhen will, findet im Beyerdynamic DT 990 Pro im Test eine Alternative. Alle Modelle der Marke findest du bei den Sennheiser-Kopfhörern.
Sennheiser HD 600
Ideal für: Fortgeschrittene Hörer mit Verstärker
- Sehr natürliche Mitten
- Bewährter Referenzklassiker
- Alle Teile austauschbar
- Braucht wegen 300 Ohm einen guten Verstärker
- Bass weniger tief
Der HD 600 klingt wärmer und musikalischer, verlangt aber mehr Zubehör. Für viele ist er der logische nächste Schritt nach dem HD 560S.
Beyerdynamic DT 990 Pro
Ideal für: Detailfans mit kleinem Budget
- Sehr detailreiche Höhen
- Robuste Bauweise
- Günstig
- Höhen für viele zu scharf
- Festes Spiralkabel
Der Beyerdynamic ist günstiger und noch analytischer. Wer empfindlich auf helle Abstimmung reagiert, bleibt beim Sennheiser.
Für wen eignet sich der HD 560S im Alltag?
Ein typischer Einsatz ist der Schreibtisch zu Hause: Musik beim Arbeiten, abends ein Album bewusst hören, am Wochenende eine Runde zocken. Hier spielt der HD 560S seine Stärken aus. Er ist bequem genug für lange Sessions, und der neutrale Klang ermüdet bei guten Aufnahmen nicht.
Auch für Hobby-Musiker und Podcaster ist er interessant, allerdings eher zum Abmischen als zum Aufnehmen. Beim Mixen hilft die neutrale Abstimmung, Fehler zu erkennen. Für Aufnahmen mit offenem Mikrofon greifst du besser zu einem geschlossenen Modell aus unserer Übersicht der Studio-Kopfhörer.
Wer dagegen einen Kopfhörer für Bahn, Büro oder Reisen sucht, ist hier falsch. Auch Bassfans, die kräftigen Druck erwarten, werden mit einem geschlossenen oder bassbetonten Modell glücklicher.
HD 560S oder ein guter Bluetooth-Kopfhörer?
Viele, die über einen HD 560S nachdenken, besitzen bereits einen Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling. Die Frage ist dann: Lohnt sich ein zusätzlicher Kabel-Kopfhörer für zu Hause? Unsere Antwort: Ja, wenn du gern bewusst Musik hörst. Ein offener Kopfhörer wie der HD 560S klingt räumlicher und natürlicher als die meisten geschlossenen Bluetooth-Modelle, weil keine Kompression über Funk, kein Akku und keine digitale Klangkorrektur im Weg stehen.
Der Bluetooth-Kopfhörer bleibt für unterwegs unverzichtbar. Zu Hause am Schreibtisch oder auf dem Sofa ergänzt der HD 560S ihn sinnvoll. Wer nur einen einzigen Kopfhörer für alles will, ist mit einem geschlossenen ANC-Modell besser bedient.
Was du für den Start brauchst
Für den Einstieg reicht eine Quelle mit sauberem Kopfhörerausgang: ein Laptop, ein Audio-Interface oder ein kleiner USB-DAC. Achte bei der Musik auf gute Qualität, denn der HD 560S legt schwache Aufnahmen und stark komprimierte Dateien offen. Ein Streamingdienst in CD-Qualität oder höher bringt hier hörbar mehr als Musik mit niedriger Bitrate.
Plane außerdem einen Kopfhörerständer ein. Er schont Polster und Kabel und sorgt dafür, dass der Kopfhörer nicht auf dem Schreibtisch herumliegt. Passende Modelle findest du unter Kopfhörerständer.
Fazit: Für wen sich der HD 560S lohnt
Der Sennheiser HD 560S ist ein hervorragender Einstieg in die Welt offener HiFi-Kopfhörer. Er klingt neutral, detailreich und räumlich, ist leicht und bequem und kommt ohne teures Zubehör aus. Für Musikliebhaber, Hobby-Produzenten und Gamer, die zu Hause in ruhiger Umgebung hören, ist er eine klare Empfehlung.
Nicht passend ist er für alle, die unterwegs hören, abgeschottet sein wollen oder satten Bass erwarten. Auch wer empfindlich auf präsente Höhen reagiert, sollte ihn vorher probehören oder zu einem wärmer abgestimmten Modell greifen.
Häufige Fragen
Braucht der Sennheiser HD 560S einen Verstärker?
Nicht zwingend. Mit 120 Ohm läuft er an vielen Laptops und Audio-Interfaces ordentlich. Ein kleiner USB-DAC mit Kopfhörerverstärker bringt aber mehr Reserven und einen kontrollierteren Bass, besonders an Smartphones.
Kann man den HD 560S zum Gaming nutzen?
Ja, dank der offenen Bauweise und der breiten Bühne kannst du Geräusche gut orten. Ein Mikrofon hat er nicht, du brauchst also ein separates Mikrofon oder einen Ansteck-Adapter.
Was ist der Unterschied zwischen HD 560S und HD 600?
Der HD 560S ist neutraler, hat mehr Tiefbass und braucht weniger Verstärkerleistung. Der HD 600 klingt wärmer und gilt bei Stimmen als natürlicher, benötigt mit 300 Ohm aber einen guten Verstärker.
Ist der HD 560S für unterwegs geeignet?
Nein. Als offener Kopfhörer lässt er Umgebungsgeräusche herein und Musik nach außen dringen. Außerdem hat er ein langes Kabel und kein Bluetooth. Für unterwegs ist ein geschlossenes Modell oder ein Bluetooth-Kopfhörer die bessere Wahl.