Soundcore Liberty 4 Pro im Test
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Die Soundcore Liberty 4 Pro bieten viel Premium-Ausstattung zum Mittelklassepreis: wirksames Noise Cancelling, LDAC, Koaxial-Treiber und ein Ladecase mit Display. Sie passen zu dir, wenn du ein Android-Handy nutzt und möglichst viele Funktionen fürs Geld willst. Wer feinsten Klang, erstklassige Telefonie oder das stärkste ANC sucht, muss zu deutlich teureren Modellen von Sony oder Bose greifen.
Soundcore Liberty 4 Pro
Ideal für: Android-Nutzer, die viel Ausstattung fürs Geld suchen
- Case mit Display und Schnellzugriff
- LDAC-Unterstützung
- Gutes ANC für die Preisklasse
- Lange Laufzeit ohne ANC
- Laufzeit mit LDAC deutlich kürzer
- Klang ab Werk etwas basslastig
- Telefonie nur Mittelmaß
Die Liberty 4 Pro zeigen, wie viel Technik heute in der Mittelklasse steckt. Die Grenzen liegen bei Klangfeinheit und Mikrofonen, nicht bei der Ausstattung.
Die Liberty 4 Pro sind Teil unseres Kopfhörer-Test 2026. Auf dieser Seite klären wir, wie viel Flaggschiff wirklich in den Anker-In-Ears steckt und wo der Preisvorteil an seine Grenzen stößt.
Design und Tragekomfort: kompakt mit Hingucker-Case
Die Ohrstöpsel haben einen kurzen Stiel und eine ergonomisch geformte Oberseite, die sich in die Ohrmuschel schmiegt. Mit passenden Aufsätzen sitzen sie bei den meisten Ohren stabil und angenehm, auch bei längeren Hörsessions. Soundcore legt mehrere Aufsatzgrößen bei, und die App bietet einen Passformtest.
Das Highlight ist das Ladecase. Unter dem Deckel sitzt ein kleines Display, das den Akkustand von Case und Ohrstöpseln anzeigt. Über Berührungen am Display wechselst du außerdem zwischen ANC-Modi, passt die Lautstärke an oder steuerst die Wiedergabe, ohne das Handy aus der Tasche zu holen. Das klingt nach Spielerei, ist im Alltag aber praktischer als gedacht, etwa im Bus mit Handschuhen.
Mit IP55 sind die Ohrstöpsel gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Training, Schweiß und Regen sind also kein Problem. Das Case selbst ist nicht geschützt und sollte trocken bleiben.
Klang: kräftig mit Hi-Res-Option
In jedem Ohrstöpsel steckt ein Koaxial-System aus einem größeren und einem kleineren dynamischen Treiber, die auf einer Achse angeordnet sind. Das soll Bass und Höhen sauber trennen. Ab Werk ist die Abstimmung typisch Soundcore: Der Bass ist kräftig und füllig, die Höhen sind präsent. Für Pop, Hip-Hop und Elektro passt das gut, bei Akustikmusik wirkt der Grundton etwas dick.
In der App lässt sich das mit einem Equalizer und einem personalisierten Klangprofil nach Hörtest korrigieren. Danach klingen die Liberty 4 Pro ausgewogener und durchaus detailreich. An die Feinzeichnung der Sony WF-1000XM6 oder der Technics EAH-AZ100 reichen sie aber nicht heran.
Mit LDAC unterstützen sie Hi-Res-Streaming von kompatiblen Android-Geräten. Der Unterschied zu AAC ist mit guten Aufnahmen hörbar, aber subtil. Wichtig: Mit LDAC sinkt die Akkulaufzeit deutlich, und Multipoint steht dann je nach Firmware eingeschränkt zur Verfügung. Mehr zu den Unterschieden erklären wir unter LDAC oder aptX?.
Noise Cancelling und Transparenzmodus
Das adaptive ANC passt sich an Umgebung und Sitz der Ohrstöpsel an. Brummen von Motoren, Lüftungen und Zügen wird gut gedämpft, das Niveau ist für diese Preisklasse stark. Bei Stimmen und unregelmäßigen Geräuschen bleibt mehr übrig als bei den Spitzenmodellen von Sony, Bose oder Apple. Für Pendler und Studierende reicht die Leistung im Alltag gut aus.
Der Transparenzmodus ist gut nutzbar und lässt Durchsagen und Gespräche verständlich herein. Er klingt etwas technischer als bei AirPods, was bei kurzen Unterhaltungen aber kaum stört.
Mikrofon und Telefonie
Hier zeigt sich, dass die Liberty 4 Pro keine Flaggschiffe sind. In ruhiger Umgebung klingt die Stimme verständlich. Auf der Straße filtern die Mikrofone Hintergrundgeräusche zwar, die Stimme wird dabei aber dumpf und teilweise abgehackt. Für kurze Telefonate genügt das, für regelmäßige Calls im Café solltest du zu einem anderen Modell greifen. Gute Alternativen findest du unter Bluetooth-Kopfhörer mit Mikrofon.
Akku und Laden
Soundcore nennt bis zu 10 Stunden ohne und rund 7,5 Stunden mit ANC, mit dem Case insgesamt bis zu 40 beziehungsweise 30 Stunden. Das ist ein sehr guter Wert. Mit aktivem LDAC sinkt die Laufzeit allerdings auf etwa die Hälfte, was du vor allem auf langen Reisen merkst.
Das Case lädt per USB-C, eine Schnellladefunktion liefert nach kurzer Ladezeit wieder einige Stunden Musik. Das Display zeigt dir dabei jederzeit an, wie viel Energie noch übrig ist, sodass du nicht von leeren Ohrstöpseln überrascht wirst.
App, Bedienung und Verbindung
Die Soundcore-App ist umfangreich: Equalizer mit Voreinstellungen, personalisiertes Klangprofil, ANC-Modi, Belegung der Touch-Gesten, Passformtest und Firmware-Updates. Die Fülle an Optionen kann anfangs überfordern, wer gerne einstellt, kommt aber auf seine Kosten.
Multipoint verbindet die Ohrstöpsel mit zwei Geräten gleichzeitig. Kopplung per Google Fast Pair beschleunigt die Einrichtung unter Android. Am iPhone funktionieren die Liberty 4 Pro ebenfalls, LDAC fällt dort aber weg.
Technische Daten
| Merkmal | Soundcore Liberty 4 Pro |
|---|---|
| Bauform | In-Ear mit kurzem Stiel, True Wireless |
| Treiber | Koaxial, zwei dynamische Treiber pro Seite |
| Akkulaufzeit | bis 10 Std. ohne ANC, ca. 7,5 Std. mit ANC; mit Case bis 40 Std. (Herstellerangabe) |
| Codecs | SBC, AAC, LDAC |
| Schutzklasse | IP55 (Ohrstöpsel) |
| Bluetooth | 5.3, Multipoint |
| Besonderheit | Ladecase mit Touch-Display |
Alternativen zu den Liberty 4 Pro
Wenn dir Design und Klangfeinheit wichtiger sind als Funktionen, lies den Nothing Ear im Test. Wer zum Over-Ear wechseln möchte, bekommt im selben Haus mit dem Soundcore Space One im Test viel Ruhe für wenig Geld. Und wer bereit ist, deutlich mehr auszugeben, findet im Bowers & Wilkins Px7 S3 im Test einen edlen Over-Ear mit hochwertigerem Klang. Alle Modelle der Marke zeigen wir bei den Soundcore-Kopfhörern.
Nothing Ear
Ideal für: Android-Nutzer mit Sinn für Design
- Feiner, ausgewogener Klang
- LDAC und LHDC
- Starke Equalizer-App
- ANC schwächer
- Laufzeit mit ANC kürzer
Die Nothing Ear klingen ab Werk ausgewogener und sehen eigenständiger aus. Bei Akku und Ausstattung liegen die Liberty 4 Pro vorne.
JBL Tour Pro 3
Ideal für: Technikfans, die ein Case mit Display wollen
- Größeres Touch-Display am Case
- Hybrid-Treiber
- Case als Bluetooth-Sender nutzbar
- Teurer
- Case recht groß
Wer die Display-Idee mag und mehr ausgeben will, findet bei JBL die ausgebautere Variante mit Zusatzfunktionen fürs Flugzeug.
Wo der Preisvorteil an Grenzen stößt
Die Liberty 4 Pro sind ein gutes Beispiel dafür, dass Ausstattungslisten nicht alles verraten. Auf dem Papier haben sie fast alles, was auch Flaggschiffe bieten. In drei Bereichen merkst du aber den Abstand zur Oberklasse. Der erste ist die Telefonie: Bei Sony, Apple und Bose sind die Mikrofone und die Rauschunterdrückung für die eigene Stimme hörbar ausgereifter.
Der zweite Bereich ist die Feinabstimmung. Teure Modelle klingen ab Werk ausgewogener und lösen komplexe Musik feiner auf. Bei Soundcore holst du viel über den Equalizer heraus, musst dafür aber Zeit investieren. Der dritte Punkt ist das ANC bei Stimmen. Wenn du im Großraumbüro konzentriert arbeiten willst, schirmen die Spitzenmodelle merklich besser ab.
Wie schlagen sich die Liberty 4 Pro im Alltag?
Für Pendler und Studierende sind sie ein unkomplizierter Begleiter. Morgens im Bus reicht das ANC, um Motorengeräusche zu dämpfen, das Display am Case zeigt dir vor dem Losgehen, ob die Ladung für den Tag reicht. Im Fitnessstudio sitzen sie bei den meisten Ohren sicher genug, und Schweiß schadet ihnen dank IP55 nicht.
Zu Hause mit dem Android-Handy und einem Streamingdienst in Hi-Res-Qualität lohnt es sich, LDAC einzuschalten. Unterwegs empfehlen wir dagegen AAC, weil dann Akku und Verbindungsstabilität profitieren. Diese Flexibilität ist ein Vorteil, den viele teurere Modelle nicht bieten.
Fazit: Für wen sich die Liberty 4 Pro lohnen
Die Soundcore Liberty 4 Pro sind ein starkes Angebot für alle, die Premium-Funktionen ohne Premium-Preis wollen. ANC, LDAC, lange Laufzeit, IP55 und das praktische Display-Case ergeben ein Gesamtpaket, das in der Mittelklasse kaum zu schlagen ist.
Nicht passend sind sie für Vieltelefonierer, für Puristen, die einen neutralen Klang ohne Equalizer erwarten, und für alle, die das Maximum an Ruhe brauchen. In diesen Fällen lohnt der Aufpreis zu Sony WF-1000XM6 oder Bose QuietComfort Ultra Earbuds (2. Gen). Weitere günstige Optionen findest du unter günstigen Kopfhörern der Mittelklasse.
Häufige Fragen
Was kann das Display am Case der Soundcore Liberty 4 Pro?
Das Display zeigt den Akkustand von Case und Ohrstöpseln an. Außerdem kannst du darüber ANC-Modi wechseln, die Lautstärke anpassen und die Wiedergabe steuern, ohne das Smartphone zu benutzen.
Unterstützen die Liberty 4 Pro LDAC?
Ja, mit kompatiblen Android-Smartphones. Beachte, dass die Akkulaufzeit mit LDAC deutlich sinkt. Am iPhone nutzen die Ohrstöpsel AAC.
Kann man mit den Soundcore Liberty 4 Pro Sport machen?
Ja, die Ohrstöpsel sind nach IP55 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und vertragen Schweiß und Regen. Wie fest sie sitzen, hängt von der Ohrform und den gewählten Aufsätzen ab.
Wie lange hält der Akku der Liberty 4 Pro?
Soundcore nennt bis zu 10 Stunden ohne und etwa 7,5 Stunden mit Noise Cancelling. Mit dem Case sind bis zu 40 Stunden möglich. Mit LDAC sinkt die Laufzeit spürbar.